HPV Impfung

 HPV-Impfung schützt vor  Gebärmutterhalskrebs

Humane Papilloma-Viren (HPV) gibt es in zahlreichen verschiedenen Typen. Die  verschiedenen Virustypen können viele verschiedene Krankheiten auslösen, darunter auch Krebserkrankungen. Die   HPV-Typen 16, 18, 31,45 etc. verursachen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebserkran-kungen der äußeren Geschlechtsorgane bei Frauen (Vulvakarzinom). Die humanen Papilloma-Viren sind die Hauptursache des Gebärmutterhalskrebses. In 99% der Gebärmutterhalskrebse finden sich diese Viren, dabei bei 70% der Erkrankungen die Virustypen 16 und 18. Der  Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei jungen Frauen. In Europa werden jedes Jahr etwa 33.500 dieser Krebserkrankungen diagnostiziert und trotz der Krebs-Vorsorgeuntersuchungen sterben jedes Jahr etwa 15.000 Frauen in Europa an dieser Erkrankung. In Deutschland erkranken 6.700 Frauen / Jahr und 1.700 Frauen sterben jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs.

 

Mit den Viren, die Gebärmutterhalskrebserkrankungen verursachen, kann man sich beim Geschlechtsverkehr anstecken. Etwa 70 Prozent aller Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen humanen Papilloma-Viren an. Bei etwa 90% der Infizierten werden die Viren vom Immunsystem abgetötet und dadurch unschädlich gemacht. Bei etwa 10% jedoch bleiben die Viren im Körper aktiv und können bei Frauen zu Krebserkrankungen führen.

 

Von zwei führenden Impfstoffherstellern wurden jetzt Impfstoffe gegen humane Papilloma-Viren entwickelt (Gardasil der Firma Sanofi Pasteur MSD und Cervarix von GlaxoSmithKline). Beide Impfstoffe schützen gegen die Virustypen 16 und 18, die Gebärmutterhalskrebs verursachen, Gardasil zusätzlich gegen die Typen 6 und 11, die die oft schwierig zu behandelnden Genitalwarzen (Kondylomata acuminata) verursachen. In einer großen Studie, an der 20.541 Frauen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren teilnahmen, wurde die Effektivität von Gardasil geprüft. Im Zeitraum von zwei Jahren nach der Impfung entwickelte sich bei keiner der geimpften Frauen ein Gebärmutterhalskrebs oder eine Vorstufe der Krebserkrankung, während bei 53 Frauen der Kontrollgruppe, die mit unwirksamen Placebo-Impfstoff geimpft worden waren, Krebserkrankungen im Frühstadium und Vorstufen der Krebserkrankungen auftraten. Somit ist ein guter Schutz der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebserkrankungen nachgewiesen. Der Schutz durch die Impfung ist jedoch nur dann wirklich gut, wenn man sich vor der Impfung noch nicht mit den Viren angesteckt hat.

 

Es ist deshalb am sinnvollsten, die Impfung durchzuführen, bevor die Jugendlichen Geschlechtsverkehr haben. Der Impfstoff ist deshalb ab dem Alter von 9 Jahren für Buben und Mädchen zugelassen. Es werden insgesamt drei Impfungen durchgeführt und zwar zum Zeitpunkt 0, 2 Monate und 6 Monate (wenn vor dem 14. Geburtstag geimpft wird, sind nur zwei Impfungen nötig). Als Nebenwirkungen können - wie bei allen Impfungen - eine Schwellung, Rötung und Schmerzen an der Impfstelle sowie Fieber auftreten.

 

 

Die Impfung ist sehr teuer. Alle 3 Impfungen kosten zusammen etwa 500 Euro. Die Krankenkassen tragen die Kosten für die Impfung für Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren. Viele Kassen sind auch bei älteren Jugendlichen bereit die Kosten zu übernehmen. Sprechen Sie mit dem Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse.

 

Die HPV-Impfung schützt zwar gut gegen Gebärmutterhalskrebs, aber kein Schutz ist hundertprozentig und es gibt auch noch andere Krebsarten. Deshalb sollten alle - trotz Impfung - regelmäßig an den Krebs-Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.

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Dr. med. Manfred Reichert